„Innovationen sind ein Bündnis mit der Zukunft“ –
mit diesem Zitat begrüßte Stephan Klosterkamp, Geschäftsführer von Primagas,
die Gäste zur offiziellen Einweihung der drei Testanlagen für regenerativen
Dimethylether. „Denn wenn wir gemeinsam das Ziel der Klimaneutralität im
Gebäudesektor bis 2045 erreichen wollen, müssen wir den Anteil erneuerbarer
Energien binnen 22 Jahren von aktuell 17 auf 100 Prozent steigern – eine Lücke
von 83 Prozent. Und das gelingt nur, wenn eine breite Palette an
Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Unser regenerativer Futuria DME ist
eine sinnvolle Option gerade für ländliche Regionen, die keinen Anschluss an
die Netzversorgung haben. Hier in Kesselsdorf wollen wir den Einsatz des
alternativen Energieträgers über verschiedene Tests bis zur Marktreife führen.“
Nach der Markteinführung von biogenem Flüssiggas in Deutschland 2018 setzt
Primagas damit konsequent seinen Weg als Pionier der Branche fort, mit neuen,
zukunftsfähigen Lösungen zur Energiewende beizutragen.
„Wir brauchen vor allem pragmatische Lösungen“
Zur offiziellen Einweihung kamen Gäste aus Politik, Industrie und Verbänden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer folgte der Einladung von Primagas und lobte die Zukunftsinitiative. „Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir innovative und pragmatische Lösungen. Primagas ist dabei ein wichtiger Akteur. Das neue Energie-Projekt des Unternehmens hier bei uns in Sachsen steht für Aufbruch und Innovation. Es ist zugleich ein starkes Bekenntnis zum Wirtschafts- und Technologiestandort Sachsen. Ich bin sicher, dass das Vorhaben für weitere neue Impulse zugunsten einer klimafreundlichen Energieversorgung gerade auch im ländlichen Raum sorgen wird.“
Drei verschiedene Mischungen im Praxistest
Erneuerbarer DME wird aus Synthesegas gewonnen, das regenerativ aus Biomasse hergestellt wird. Über den Testbetrieb in Kesselsdorf will Primagas die technischen Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz ab 2026 in Standard-Flüssiggasanlagen schaffen. Dazu werden drei Heizungsanlagen inklusive Tank und Gastherme mit verschiedenen Flüssiggas- und Futuria DME-Mischungsverhältnissen befüllt. Eine Testanlage wird mit 80 Prozent Flüssiggas und 20 Prozent regenerativem DME betrieben. Eine zweite prüft den Einsatz von 65 Prozent erneuerbarem DME mit 35 Prozent konventionellem Flüssiggas. Die dritte Testanlage wird zu 100 Prozent mit regenerativem DME versorgt. So will Primagas herausfinden, ob und inwieweit technische Komponenten wie Regler, Ventile und Leitungen für einen reibungslosen anteiligen, mehrheitlichen oder vollständigen Betrieb mit erneuerbarem DME angepasst werden müssen. Der Grund: Futuria DME und Flüssiggas sind chemisch sehr ähnlich, aber nicht identisch und wirken sich unterschiedlich auf Materialien aus. Ende 2024 sollen die Testergebnisse vorliegen. Die Tests werden über den gesamten Zeitraum durch ein renommiertes deutsches Prüfinstitut begleitet und nach gesetzlichen Vorgaben zertifiziert.
Regenerativer DME: Meilenstein für die Wärmewende
Wie wichtig jeder weitere Baustein auf dem Weg zur Wärmewende ist, zeigt auch die jüngste Stellungnahme des Expertenrates für Klimafragen. Denn nach dessen Einschätzung reicht das aktuelle Maßnahmenpaket der Bundesregierung zur Erreichung der Klimaziele für 2030 nicht aus. „Gerade für den ländlichen Raum ist erneuerbarer DME darum eine sinnvolle Alternative“, betont Primagas Geschäftsführer Klosterkamp. Bereits 2020 wurde biogenes Flüssiggas in das Gebäudeenergiegesetz (GEG) aufgenommen – eine Bestätigung, dass biogenes Flüssiggas die Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien erfüllt. Und auch die Novelle des GEG berücksichtigt biogenes Flüssiggas als Erfüllungsoption. Mit dem erneuerbaren Futuria DME geht Primagas jetzt noch einen Schritt weiter und gestaltet so die Klimawende aktiv mit.