Im Herbst – mitten in der Energiekrise – signalisierte der Netzbetreiber von Borussia Mönchengladbach dem Verein, dass der Energieverbrauch im Falle einer entsprechenden Gasnotfallstufe deutlich reduziert oder sogar ganz eingestellt werden müsse. Ab dem Zeitpunkt suchten Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers und das Team der Direktion Stadionbetrieb nach Alternativen für die Energieversorgung. Denn für den Fußball-Bundesligisten war es oberste Priorität, den Betrieb der Stadionheizung zu sichern, die neben den Veranstaltungsbereichen im BORUSSIA-PARK auch den Rasen, die Umkleiden, die Trainingsplätze, das zugehörige Verwaltungsgebäude sowie das angrenzende Hotel mit Wärme versorgt.
Eine zukunftsfähige Lösung fand Borussia beim Flüssiggas-Lieferanten Primagas. Um weniger abhängig von Erdgas zu sein, installierte der Verein eine Flüssiggas-Anlage. Schon im Dezember 2022 wurde ein Erdgas-Kessel umgerüstet. Ein Weiterer, der das angrenzende H4 Hotel versorgt, folgt in Kürze. Derzeit stellt eine Batterie aus neun Flüssiggas-Tanks und einer Verdampferanlage in Stadion und Hotel die Wärmeversorgung übergangsweise sicher. Langfristig ist die Aufstellung eines Großbehälters geplant.
Zwischenlösung mit Potenzial
Zentral zwischen Fohlenplatz und Parkplatz P12 wurde auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern eine Lagerstätte für die neun Behälter errichtet. „Diese Zwischenlösung hat auch das Potenzial zur Dauerlösung“, erklärt Thomas Landmann, Vertriebsdirektor bei Primagas. „Denn die Anschlüsse und Leitungen können später weitergenutzt werden. Geplant ist ein erdgedeckter Großtank.“ Die drei bestehenden Erdgas-Kessel bleiben in Betrieb. Die Gladbacher Fohlen fahren auf diese Weise zweigleisig und sind auf einen möglichen Versorgungsengpass gut vorbereitet.
Bereit für erneuerbare Energien
Mit Flüssiggas als Versorgungs-Alternative macht sich der Bundesligist in Sachen Energieversorgung unabhängiger. „Gerade mit Blick auf die Zukunft ist der Schritt sinnvoll“, sagt Thomas Landmann: „Die Flüssiggas-Anlage ist schon bereit für den Einsatz von biogenem Flüssiggas – Borussia Mönchengladbach kann also auf Wunsch einen erneuerbaren Energieträger nutzen.“ Futuria Propan, das biogene Flüssiggas von Primagas, besteht aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Rest- und Abfallstoffen. Es lässt sich herkömmlichem Flüssiggas beimischen oder kann es ganz ersetzen, weil die chemische Zusammensetzung gleich ist.